Technik

Fasziniert von dem, was ich als 14 Jähriger in der Dunkelkammer eines Freundes meines Vaters beobachten konnte: das Entstehen eines Bildes auf einem weissen Blatt Papier scheinbar aus dem Nichts, war es um mich geschehen. Das wollte ich auch können., Die Fotografie wurde mehr als nur ein Hobby: an der Gesamthochschule-Universität Essen, ehemals Folkwangschule, studierte ich Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie. Durch einen Zufall entdeckte ich vor ein paar Jahren die Nassplattenfotografie, und wieder war ich sofort infiziert.

© Erik Schlicksbier

Ein Verfahren, vom Engländer Frederick Scott Archer 1851 entwickelt, welches es erstmals erlaubte mit kürzeren Belichtungszeiten ( im optimalen Fall ca. 1 Sekunde ) zu arbeiten.
Alle Bilder des amerikanischen Bürgerkrieges wurden z.B. mit dieser Technik aufgenommen.
Nachteil und Reiz dieser Technik zugleich: nur im feuchten Zustand ist die beschichtete Glasplatte lichtempfindlich.
D.h. alle Utensilien müssen vor Ort bereit stehen bzw. mitgebracht werden.

Roger Fenton, The artist’s van, 1855, Krim

Das Stipendium des Landes NRW erlaubte es mir während der coronabedingten Auftragsflaute, mich ganz auf mein Projekt zu konzentrieren. Als Erstes baute ich mir eine zusammenklappbare Dunkelkammer, welche auch im Auto mobil einzusetzen ist.

Als Kamera kommt mittlerweile, nach diversen Versuchen mit antiken Modellen, eine Plaubel 18×24 zum Einsatz. Das wichtigste Zubehör ist natürlich die Optik. Für Portraits vorzugsweise die Bausch & Lomb Unar

Wer sich auf das Abenteuer Nassplatte einlässt, sollte Spass am Basteln haben und bereit sein viel Zeit und noch mehr Geduld zu investieren. Auch die Suche nach den benötigten Chemikalien erweist sich als aufwändig.

Die für Anfänger empfohlene Vorgehensweise besteht darin, sich mit Fachliteratur und einfachem Equipment zu rüsten, ein Wochenendseminar zu besuchen um dann zuhause viele Versuche zu tätigen, um dahin zu kommen was bei anderen so ohne Weiteres kein Problem zu sein schien. Eine hohe Frustrationstoleranz ist bei diesem Unternehmen förderlich.

Um für meine Testaufnahmen jederzeit ein Modell zur Verfügung zu haben, besorgte ich mir einen Perückenkopf und konnte so, wann immer sich die Gelegenheit ergab, eine Aufnahme machen.